Angsthasen

Wahrscheinlich kommt Ihnen das bekannt vor: In einer mutigen Sekunde haben Sie zum Hörer gegriffen und einen Zahnarzttermin vereinbart …. der Termin rückt näher …. der Mut wird immer kleiner …. vielleicht schaffen Sie es sogar bis vor die Praxistür …. und …. schaffen es doch (wieder) nicht, die Klinke herunterzudrücken und einzutreten …. und gehen ….
„Die Angst klopft an die Tür. Das Vertrauen öffnet und keiner steht draußen.“
Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache. Einmal missbraucht tut man sich schwer mit dem zweiten Versuch, zweimal missbraucht …. und so weiter. Aber stellen Sie sich einfach mal vor, es wäre so:
„Die Angst klopft an die Tür, öffnet …. und das Vertrauen empfängt sie mit offenen Armen.“
Was macht das mit Ihnen? Wie fühlt sich das an? ….
Die simple Tatsache, dass an jedem Zahn immer auch ein ganzer Mensch hängt bestimmt unsere Praxisphilosophie. Ganz einfach: Wir behandeln Sie so, wie wir selbst auch behandelt werden möchten. Deshalb stehen Achtsamkeit, Sorgfalt und Vertrauen im Zentrum unseres Wirkens.
Wir behandeln Menschen und nicht nur Zähne. Um diesem Vorsatz gerecht zu werden, haben wir ein paar Besonderheiten zu bieten, die Ihnen den Gang in unsere Praxis hoffentlich erleichtern.
Hypnose
In der Regel arbeiten wir mit beiläufig induzierten natürlichen Trancezuständen, bei denen Sie sich nicht klassisch „hypnotisiert“ fühlen. Aus einem guten inneren Zustand heraus stellen Sie neugierig fest, dass Ihre gewohnte Angstreaktion durch eine neue innere Erfahrung ersetzt wird. Moderne Hypnose ist positiv lösungsorientiert und für Sie maßgeschneidert. Natürliche Trancezustände werden mit Hilfe von liebevoller Zuwendung, Einfühlungsvermögen, Humor, und speziellen Zerstreuungstechniken hergestellt. Das Orientieren nach innen auf schöne Erinnerungen gelingt sehr einfach: durch gedankliches Distanzieren von unangenehmen Vorstellungen und gleichzeitig intensives Fokussieren und Konzentrieren auf angenehme Wahrnehmungen und Empfindungen. Der ruhige hypnotische Behandlungsverlauf wirkt sich immer entspannend auf Sie als Patient und uns als Behandler aus. Kraft, Stärke, Selbstbewusstsein und Selbstheilung werden aktiviert. Einige Patienten bekommen mit dem neuen „Biss“ auch neuen Lebensmut.
Brainspotting
Brainspotting ist ein Verfahren zur Behandlung psychischer Traumafolgen. Die Blickrichtung kann innere Zustände verändern und den Zugang sowohl zu positiven Inhalten wie auch zu traumatischen Gedächtnisinhalten erleichtern. Bei der zahnärztlichen Behandlung werden der Blick und damit das Erleben auf positive Inhalte gelenkt. Bilaterale Musik ergänzt die schnelle und unkomplizierte Methode, die sich vor allem zur Akutintervention, aber auch bei der langfristigen Therapie von Zahnarztangst anbietet. (Deutsche Zeitschrift für Zahnärztliche Hypnose 2/2016)
Lachgasbehandlung
Eine entspannte und angstfreie Zahnbehandlung ist auch mit Lachgas möglich. Vor allem Menschen, die sich nicht vorstellen können, dass sie sich mit Hypnose ausreichend beruhigen können oder Menschen, die nur auf Medikamente vertrauen profitieren davon.

Durch eine Nasenmaske strömt zunächst reiner Sauerstoff und dann immer stärker konzentriertes Lachgas. Bereits nach wenigen Atemzügen setzt ein Gefühl der Leichtigkeit und Unbeschwertheit ein. Der Patient ist jederzeit ansprechbar, Würgereiz verschwindet. Lachgas wird nicht verstoffwechselt und seine Wirkung verschwindet nach Beenden der Zufuhr unter Gabe von 100 % Sauerstoff nach wenigen Minuten, sodass der Patient direkt nach der Behandlung wieder fit ist.
Günstig ist eine Kombination von Lachgas und Hypnose, da Lachgas angstlösend wirkt und die Suggestibilität erhöht.
Vollnarkose
Für eine Behandlung in Vollnarkose kommt ein Anästhesist (Narkosefacharzt) in die Praxis.
Vollnarkose wird dann eingesetzt, wenn der Umfang der Behandlungsmaßnahmen sehr groß ist und viele Behandlungsschritte dadurch in einer Sitzung durchgeführt werden können.
Der Vorteil ist die völlige Ausschaltung des Bewusstseins und die sichere Schmerzfreiheit bei heute geringem Narkoserisiko. Nachteile sind häufige Übelkeit nach der Narkose und die unbedingte Anwesenheit einer zweiten Person zum Abholen. Außerdem kann die Zahnarztangst auf diese Weise nicht therapiert werden, im Gegenteil, sie verstärkt sich häufig nach der Narkose.
Vollnarkose wenden wir daher nur dann an, wenn keine andere Möglichkeit der Angst- Stress und Schmerzkontrolle möglich ist.